Woher kommt diese Redewendung? Kennen Sie dieses Wort? Wer hat Angst vor Anglizismen? Hier bloggen die Spracharbeiter. Franka Lingua und Kollegen graben im deutschen Sprachschatz nach Perlen, Scherben, Bruchstücken und Schmuckstücken. Freuen Sie sich auf ihre Funde und graben Sie mit!
Jetzt sind wir aber wirklich traurig: Die Deutsche Bahn schafft ihre lustigen Anglizismen
ab und nimmt uns Sprachkritikastern damit ein überaus dankbares Betätigungsfeld. Pünktlich zur Fastenzeit tut die Führungsriege Buße, schwört dem Aberglauben der Muttersprach-Verhunzung ab. Also künftig keine Teamchefs mehr, kein Kiss and Ride, keine Hotlines und keine Service-Points.
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Achtung, heute wird es heiß! Franka Lingua wird heute der Eiseskälte trotzen, mit einem Thema, das ihr schon lange, lange - soll man sagen “auf der Seele brennt”?
Richtig geraten: Es geht um Sex. Nein, wir wollen hier keine Anleitung geben zu verschiedenen Formen der Leibesertüchtigung. Und auch wer jetzt ein Best of Kamasutra oder die schönsten Rezepte aus Aphrodites Küche erwartet, wird enttäuscht. Das Thema der Stunde heißt Assoziationsstau, und damit meine ich die Frage:
Warum um alles in der Welt soll ich immer aufpassen, was ich sage, nur weil ein paar Neurotiker hinter jedem zweiten Wort eine schlüpfrige Doppeldeutigkeit wittern, eine sexuelle Anspielung, ein paarungswilliges Augenzwinkern…, anstatt mir zuzuhören?
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“Na, du bist dein Geld wert!”, rief meine Oma früher immer, wenn ich mal wieder durch strategisches Faxenmachen davon ablenken wollte, dass ich ins Bett sollte. Ich habe zwar weder verstanden, warum meine Oma mich verkaufen wollte, noch, was sie mit “dein Geld” meinte, denn so etwas wie Taschengeld gab es erst Jahre später. Ich glaube, ich wusste damals nicht einmal, was das sein soll: Geld? Aber eine Ahnung muss ich trotzdem gehabt haben, denn auf das Du-bist-dein-Geld-wert folgte meist eine Zeitzulage von fünf bis zehn Minuten, die ich länger aufbleiben durfte.
“Naja, wir haben Sie damals eingestellt, weil sie günstiger waren als die anderen“. Mit diesen Worten, so erzählte mal eine Bekannte, quittierte der Firmenchef die Kündigung seiner Mitarbeiterin und räumte damit auch das letzte Zweifelsquäntchen, ob man wirklich hätte kündigen sollen, mit Grandezza aus dem Weg.
Ich hörte mir die Geschichte an, sah in das Gesicht meiner Bekannten, sah weder Wut noch Empörung, allenfalls Verwunderung darüber, wie Menschen sein können. Zum Glück hat die so Verabschiedete schnell einen neuen Job gefunden, aber das ist nicht der Punkt. Der Punkt ist: Ich musste an den Spruch meiner Oma denken. Offenbar war die Mitarbeiterin als Angestellte der Firma ihr Geld wert gewesen. Das Problem war nur, dass sie, die Angestellte, fand, die Firma sei das Geld nicht wert gewesen, weswegen sie ja schließlich auch dankend darauf verzichtet hatte. In der neuen Firma hat sie zwar zunächst etwas weniger verdient, “aber das war es allemal wert”, sagt sie. Und fügt hinzu: “Geld stinkt nicht, sagt man. Vielleicht stimmt das ja auch. Aber was nützt mir das, wenn die Arbeit, für die ich das Geld bekomme, zum Himmel stinkt?”
Und jetzt sind Sie dran:
Welche Redewendungen aus dem Volksmund kennen Sie, in denen es ums Geld geht? Und: Finden Sie, dass der Volksmund in diesen Fällen Recht hat?